Unterstützung der Erzieherinnen: Gute Arbeit muss gut bezahlt werden!
Forderung des landkreisweiten Frauennetzwerks im Landkreis Stade zum Tarifstreit der Erzieherinnen 

Auf seiner jüngsten Sitzung des landkreisweiten Frauennetzwerks im Stader Rathaus informierten sich die über 40 anwesenden Frauen aus Verbänden, Vereinen und Institutionen über die aktuellen Entwicklungen des Streiks der Sozial- und Erziehungsberufe und über aktuelle Bildungsprojekte. Gemeinsam repräsentieren die Mitglieder des Frauennetzwerkes über 10.000 Frauen des Landkreises Stade. Das Netzwerk ließ sich außerdem zahlreiche Projekte vorstellen, die aktuell im Landkreis Stade anliefen, um Migranten und Migrantinnen gut zu integrieren. Gerade wenn Frauen mit ihrem Einkommen ihre eigene Existenz sichern, muss auch der Lohn stimmen! So ähnlich heißt es im Leitbild des Netzwerkes, dann leistet hier das Netzwerk seit Jahren engagierte und wertvolle Arbeit“, betonte Bürgermeisterin Silvia Nieber bei ihrer Begrüßung. Sie hoffe, dass gerade Frauen mit Migrationsgeschichte und asylsuchende Familien verbesserte Hilfen in Stade und im gesamten Landkreis vorfinden.

Eine familienfreundliche Stadt, ein attraktiver Arbeitsmarkt, der die Chancengleichheit für Frauen verbessert und Mädchen und Frauen für technische Berufe fit mache, seien heutzutage starke Standortfaktoren, so Bürgermeisterin Silvia Nieber in ihrer Begrüßung. Dazu gehört nach Auffassung des Netzwerkes eine Aufwertung des Sozial- und Erziehungsdienstes. Zu dieser aktuellen Thematik hatte das Netzwerk Erzieherin Maria Veit-Kappelt aus der Kita Hagen eingeladen, die über den aktuellen Sachstand berichtete. „Ein großer Erfolg des Streiks war bereits, dass die Problematik in diesen Berufsfeldern überhaupt erst einmal in der Gesellschaft wahrgenommen wurden. Es gehe um eine dringend notwendige Höherbewertung der Bereiche, in denen überwiegend Frauen beschäftigt sind “, so Veit-Kappelt.

Das Netzwerk stimmte in seiner Sitzung mehrheitlich für eine Unterstützung der Forderung nach einer Höherbewertung der Sozial-und Erziehungsdienstes.

Auch die Gleichstellungsbeauftragten wollen auf unterschiedlichen Ebenen und in unterschiedlichen Gremien auf Land- und Bundesebene diese Position aktiv weitergeben. „Es ist konsequent, wenn sich beispielsweise die Aufgabenvielfalt grundlegend geändert hat, etwa um Bildungsprogramme, neue pädagogische Inhalte, Sprach -und Begabtenförderung, Inklusion und Integration, dass sich ihre Eingruppierung und Bezahlung entsprechend ändern muss“, so die Gleichstellungsbeauftragten im Landkreis Stade.

Auch der demographische Wandel zwinge hier zum Umdenken: Attraktive Arbeitsbedingungen für Erzieherinnen- und Sozialberufe schafften erst die Grundlage dafür, dass unsere Kinder, die Arbeitskräfte von morgen, einen guten Bildungsstart bekämen.

Großes Lob lösten anschließend die Referentinnen bei der Vorstellung verschiedenster aktueller Bildungsprojekte im Landkreis aus: Projektleiterin Dr. Maria Stegmann berichtete über das Projekt „Zweifach helfen“ Beschäftigungsmöglichkeiten für Flüchtlinge und Asylsuchende. Hier will das FNW sich verstärkt bemühen, auch Frauen für dies Projekt zu gewinnen. Vom Verein Zinkko stellte Gertrud Christophersen das Projekt „Vielfalt nutzen-Bildungsqualität steigern“ vor, in dem 30 mehrheimische Multiplikatorinnen zu Bildungsexpertinnen ausgebildet werden. Für die VHS Stade e.V. präsentierte Bärbel Schuldt die neue Anlaufstelle für Bildungsberatung und Dr. Frauke Ilse ein mit ESF-Mitteln gefördertes Projekt MIA zur Schulung von Migrantinnen mit einem kaufmännischen Abschluss für den hiesigen Arbeitsmarkt und dem Erwerb eines Zertifikates.

Foto: @ Hansestadt Stade