Gleichstellungsbeauftragte Landkreis Stade

Anne Behrends

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Aktuelles

Netzwerk häusliche Gewalt - Täterberatung auch im Landkreis
Forderung: Land Niedersachsen soll Mittel für Täterarbeit aufstocken

Die Mitglieder des Netzwerks häusliche Gewalt im Landkreis Stade machen sich für eine Täterberatungsstelle im Landkreis Stade stark. Deshalb hat Anne Behrends vom Netzwerk den Auftrag gekriegt, einen Brief mit der Forderung nach Aufstockung der Landesmittel für Täterarbeit an Sozialministerin Reimann zu schicken.

Das Netzwerk bedauert seit Jahren, dass alle Bemühungen stets in die Richtung gehen, die Opfer (zumeist Frauen) wiederaufzubauen, zu stärken und in diese Richtung präventiv tätig zu sein. Aber auch Täterarbeit ist Opferschutz, Täterarbeit ist präventive Arbeit. Aus Sicht der Mitglieder des Netzwerks kommt die Arbeit mit den Tätern zu kurz.

Zum Hintergrund: Alleine im Landkreis Stade hat es in diesem Jahr bereits drei (!) Fälle von häuslicher Gewalt mit tödlichem Ausgang gegeben. Gleichzeitig ist festzustellen, dass es einen Anstieg der Partnergewalt insgesamt gibt. Bekannt ist zudem, dass die Dunkelziffer der Fälle von häuslicher Gewalt um ein Vielfaches höher ist.

Obwohl die Täterarbeit im „Aktionsplan III zur Bekämpfung häuslicher Gewalt in Paarbeziehungen“ des Landes ausdrücklich als Schwerpunkt bei der Weiterentwicklung des Handlungsbedarfs genannt wird, hat das Land Niedersachsen die Förderung der dafür vorgesehenen Mittel bisher nicht erhöht. Im Elbe-Weser-Raum gibt es keine einzige Täterberatungsstelle, obwohl Stade Sitz eines Amts- und eines Landgerichts ist und Buxtehude ebenfalls ein Amtsgericht hat. Das hat zur Folge, dass die Gerichte von der Auflage für die Verurteilten, eine Täterberatungsstelle aufzusuchen und dort therapeutisch an sich zu arbeiten, keinen Gebrauch machen. Das bedauern die Mitglieder des Netzwerks.

„Dabei muss es endlich darum gehen, die Täter in die Verantwortung zu nehmen“, so Anne Behrends, „jedoch ist das nur erfüllbar, wenn es ähnlich wie bei den BISS-Beratungs- und Interventionsstellen bei häuslicher Gewalt ein flächendeckendes Angebot für die Täterarbeit gibt.“
Für die Netzwerkmitglieder ist vorstellbar, dass eine Täterberatungsstelle im Landkreis Stade durchaus landkreisübergreifend tätig sein, also zum Beispiel auch für Rotenburg und Cuxhaven.

 

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