Gleichstellungsbeauftragte Landkreis Stade

Anne Behrends

Tel.: +49 (0)4141 12 1005

Aktuelles

Mittel für Genderforschung der Landesregierung bereitgestellt
lag – Wichtiges Signal zur wirtschaftlichen Weiterentwicklung des Landes

Die Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Frauenbüros Niedersachsen (lag) begrüßt die jüngste Entscheidung der Landesregierung, Gelder aus dem „VW-Vorab“ in die Genderforschung zu geben. Die lag wertet dies als einen wertvollen Schritt in Richtung Gleichstellung der Geschlechter.

Immer wieder gibt es besorgte Menschen, die in der Erforschung des sozialen Geschlechts ihre eigene sexuelle Bestimmung gefährdet sehen: Haben wir nichts Wichtigeres zu tun, müssen sich Feminist*innen überall einmischen? Sollen wir alle künftig einheitlich und fremdbestimmt sexuell umgepolt werden? Soll die klassische Familie, und damit auch die Ehe abgeschafft werden?- so oft der Tenor der Besorgten.

Gender Studien erforschen die tatsächliche Lebenswirklichkeit der Geschlechter. Wer wählt welchen Beruf, wer erhält welche Bezahlung, wer macht wo und wie Karriere, wie geschieht Gesundheitsvorsorge? Wie wirken sich die Lebensbiografien von Männern und Frauen auf die Rente aus? Welche Auswirkungen von Erziehung, sozialem Status und beispielsweise Religion gibt es? Es geht um wissenschaftliches und methodisches Arbeiten. So sollen nicht nur Unterschiede aufgedeckt werden. Das Offenlegen von Lebens- und Arbeitsbedingungen soll dazu beitragen, unsere Lebenswelt gerechter zu gestalten. „Klingt pathetisch – doch in unserer wirtschaftlich globalisierten Welt fehlt es bisher an einem Blick auf soziale und kulturelle Unterschiede. Und dieser Blick ist wichtig, um Voraussetzungen für gleiche Rechte und Möglichkeiten für alle zu haben“ so Anne Behrends, Mitglied des lag-Vorstandes.

Die lag empfiehlt darüber hinaus bei allen Forschungsprojekten das Thema Gender im Blick zu haben. Wenn beispielsweise in der Arbeit mit und für Flüchtlinge  auch die unterschiedlichen Bedarfe und Bedürfnisse berücksichtigt werden, können alle Maßnahmen zur Teilhabe in der Schule, im Beruf und in der Nachbarschaft effektiver gestaltet werden und  leichter gelingen. Die Wirklichkeit und die Möglichkeiten zur Integration von geflüchteten Frauen entscheiden beispielsweise zu einem wesentlichen Teil auch die gelingende Integration der Söhne und Töchter.

„Es ist also außerordentlich wichtig, Fördermittel für Genderforschung einzusetzen“, resümiert Karin Jahns, ebenfalls vom Vorstand der lag.

Archiv Beiträge

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok