Gleichstellungsbeauftragte Landkreis Stade

Anne Behrends

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Aktuelles

Lösung gesucht für gute Hebammenversorgung in Stade
Gleichstellungsbeauftragte: Alle an einen Tisch setzen und kreative Lösungen suchen

Die Situation ist ernst. Neun Hebammen haben das Elbe Klinikum Stade verlassen, weil sie sich nicht wertgeschätzt fühlen und weil sie unter den Bedingungen nicht mehr arbeiten wollen. Es verbleiben noch wenige stationär hauptamtlich beschäftigte Hebammen im Kreissaal des Elbe Klinikums in Stade, die im Schichtdienst arbeiten. Die Klinik will die Ausfälle durch Leiharbeits-Hebammen ersetzen.

Die Gleichstellungsbeauftragten fragen sich, was hat das für Konsequenzen für die Gesundheit rund um die Geburt? Ist der Kreissaal im Elbe Klinikum Stade noch eine Einrichtung mit ausreichendem Versorgungsstandard, immerhin ist die Gesundheit rund um die Geburt Nationales Gesundheitsziel. Müssen Frauen aus dem nördlichen Landkreis Stade demnächst für die Entbindung nach Buxtehude oder in andere Städte ausweichen? Kann die Kinderklinik mit der Frühchen-Intensivpflege damit gehalten werden?

Die Presseartikel in den lokalen Zeitungen rufen die AG der Gleichstellungsbeauftragten auf den Plan, die schon seit langem gemeinsam mit dem Frauennetzwerk auf das Thema der mangelnden Hebammenversorgung aufmerksam gemacht hat. Dazu gehörte auch die Forderung nach einer Hebammenzentrale und der Akademisierung des Hebammenberufs. Beides ist in der Zwischenzeit umgesetzt worden: Die Politik des Kreistags hat grünes Licht für die Hebammenzentrale gegeben, und die Bundespolitik hat den Beruf der Hebamme durch die Akademisierung aufgewertet.

Die AG der Gleichstellungsbeauftragten fordert alle Verantwortlichen im Elbe Klinikum Stade, im Kreishaus und in der Stadtverwaltung auf, sich an einen Tisch zu setzen und eine passende Lösung zu finden. Dabei muss sicher kreativ in die Zukunft gesehen werden, zum Beispiel mit der Frage: Passt das Modell der angestellten Hebammen noch in unsere Zeit?

Denn: Hebammen sind heute Mangelware, auch in unserem Landkreis. Das bedeutet, dass alle Landkreise um die wenigen Hebammen bundesweit in starker Konkurrenz stehen. „Uns Gleichstellungsbeauftragten ist auch die Nachhaltigkeit bei der Lösungssuche wichtig: Wir wünschen uns, dass die Elbe Kliniken Stade und Buxtehude als Kooperationspartner im Rahmen des Dualen Studiums den Studentinnen der umliegenden Unis und Hochschulen Praxisplätze anbieten“, so Andrea Jülisch, Samtgemeinde Harsefeld. Die Studentinnen in der Metropolregion Hamburg, wie z.B. der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) und das Universitätskrankenhaus (UKE) hätten auf diese Weise schon früh ein Standbein im Landkreis Stade und würden nach ihrem Studium mit größerer Wahrscheinlichkeit an den Elbe Kliniken bleiben und sich hier niederlassen.

„Der Landkreis Stade mit seinen 200.000 EinwohnerInnen und mehr als 2.200 Geburten jährlich könnte mit seinen zwei Standorten der Elbe Kliniken Stade und Buxtehude ein begehrter Standort für Hebammen sein, wenn die Arbeitsbedingungen stimmen“, ergänzt Anne Behrends vom Landkreis Stade, „das wäre eine nachhaltige Lösung, die zudem unseren Wirtschaftsstandort für junge Familien attraktiv machen würde“.

Für die AG der Gleichstellungsbeauftragten im LK Stade
Andrea Jülisch und Anne Behrends

Der Artikel im Stader Tageblatt vom 02.07.20

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