Gleichstellungsbeauftragte Landkreis Stade

Anne Behrends

Tel.: +49 (0)4141 12 1005

Aktuelles

Kampagne „Gewalt kommt nicht in die Tüte!“ in Planung
Beratungsbedarfe nach Lockdown gestiegen - Margot Käßmann hält Predigt

Nach der erfolgreichen Kampagne von 2005 „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ soll dieses Vorhaben noch im Herbst dieses Jahres wiederholt werden. Das Vorhaben findet im Rahmen der 16-Tage-Kampagne gegen Gewalt an Frauen statt, mit der das Netzwerk Häusliche Gewalt wie jedes Jahr auf die häusliche Gewalt aufmerksam macht.

Auch und gerade in diesem Corona-geplagten Jahr sieht das Netzwerk Häusliche Gewalt die Notwendigkeit der Thematisierung der Gewalt an Frauen als besonders wichtig an. Denn spätestens seit Juni dieses Jahres mit den ersten Lockerungen nach der Corona-Krise, offenbaren sich die Beratungsbedarfe in den Einrichtungen im Landkreis Stade. War es in den Monaten März bis Juni während des Lockdowns ungewöhnlich ruhig, so treten jetzt die vielen Beratungsbedarfe an die Öffentlichkeit und es zeigt sich, dass die Phase des Lockdowns in den eigenen vier Wänden keineswegs ruhig war.

Acht Bäckereien im Landkreis Stade haben ihr aktives Mitmachen zugesagt. Sie verteilen in der Zeit vom 25. November bis 10. Dezember ihre Produkte in Tüten mit dem Aufdruck „Gewalt kommt nicht in die Tüte!“ und gleichzeitig sind drei Kontaktnummern genannt, die Hilfe bei Gewalt anbieten. Die Idee dahinter ist, dass mit der Brötchentüte die Information über die Gewalt und die Hilfsangebote direkt ins Haus, auf den Frühstückstisch kommt

"Das ist deswegen eine so gute Kampagne, weil sie die betroffenen Frauen direkt zu Hause erreicht, ohne dass sie selbst erst nach Adressen suchen zu müssen", so Anne Behrends, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Stade und verantwortlich für das Netzwerk.

Derzeit steckt das Vorhaben noch in der Planungsphase. Anne Behrends stellt derzeit gemeinsam mit Svenja Wiggers von der Polizei Stade, Lothar Kleinschmidt von der ProFamilia Stade und Andreas Woyth vom Weißen Ring Kontakte zu den Bäckereien her und wirbt bei den Netzwerkmitgliedern um Angebote für Info-Stände, Veranstaltungen oder Ähnliches.
Fest steht bisher schon eine Veranstaltung: am 1. Dezember wird es in der St. Wilhadi Kirche in Stade abends einen Gottesdienst mit Dr. Margot Käßmann, der früheren Landesbischöfin, geben. Alle Planungen werden jedoch abhängig gemacht von den im Herbst geltenden Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie.

Wer Interesse und Ideen hat, an der 16-Tages-Kampagne mitzuwirken, sollte sich bei der Gleichtellungsbeauftragten unter 04141 12-1005 melden.

Es ist wichtig, das Thema häusliche Gewalt in der Öffentlichkeit aufmerksam zu machen. Denn: Jede Form der Gewalt in der Paarbeziehung ist strafbar und sollte deshalb angezeigt werden. Wie gefährlich diese spezielle Form der Gewalt für Frauen immer wieder ist, belegen Zahlen: 2017 wurden zum Beispiel fast 150 Frauen in ganz Deutschland von ihren Partnern bzw. Ex-Partnern umgebracht worden. 2019 sind alleine im Landkreis Stade drei Frauen durch häusliche Gewalt ums Leben gekommen.

 

Archiv Beiträge

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.