Gleichstellungsbeauftragte Landkreis Stade

Anne Behrends

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Aktuelles

Int. Frauentag: Eigenständige Existenzsicherung von Frauen im Fokus
Landesweites Motto der lag der Gleichstellungsbeauftragten 2017

Der Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros  Niedersachsen (lag)  sieht in der eigenständigen Existenzsicherung von Frauen einen Schwerpunkt für 2017. Denn: 

„Die faktische Gleichstellung der Geschlechter kann erst dann erreicht sein,  wenn Frauen durch ihre eigene Erwerbstätigkeit – unabhängig vom Partner  – ihre Existenz mit ihrem Einkommen sichern können“, stellt Anne Behrends aus dem lag-Vorstand fest. Das gilt für alle Frauen mit oder ohne Kinder.

Wie die jüngste OECD –Studie ermittelt, arbeiten immer mehr Mütter mit  Kindern unter 18 Jahren in Deutschland. Durch den Ausbau der Kinderbetreuung und das Elterngeld sind erstmalig in der bundesdeutschen Geschichte  gute Voraussetzungen für die Erwerbstätigkeit von Frauen entstanden. Allerdings, und auch das macht diese Studie deutlich, müssen Frauen immer  noch für eine Berufstätigkeit sehr viele Stolpersteine überwinden bzw. Hindernisse und Nachteile in Kauf nehmen - im Vergleich zu männlichen Berufstätigen.

Besorgnis erregend gestiegen ist in den vergangenen Jahren die Quote der geringfügig entlohnten beschäftigten Frauen. Auffällig ist, dass selbst 

Akademikerinnen sich auf den Kompromiss einer vorübergehenden geringfügigen Beschäftigung einlassen. Sie sind oft sogar bereit, in Jobs zu arbeiten,  die nicht ihren Qualifikationen entsprechen, wenn sie damit  Beruf und Familie  vereinbaren können. Durch das geringe Einkommen in diesen Jobs sehen sich Frauen gezwungen, neben dem „Hauptjob“ noch einen zweiten Job  anzunehmen, denn von dem Gehalt im eigentlichen Beruf können sie sich und ihre Familien nicht ernähren.

Die  Frage  danach,  wieso  Frauen  nach  den  akademischen  Abschlüssen  in  der  Arbeitsmarkt-Statistik  kaum vorkommen,  macht  deutlich,  dass  sie  wegen  der  Familiengründung  dem  Arbeitsmarkt  oftmals  nicht  zur Verfügung stehen können wegen der fehlenden passgenauen Beschäftigungsangebote, die Familie und Beruf gut  vereinbaren  lassen  –eine  traurige  Bilanz  für  Frauen  im  21.  Jahrhundert  angesichts  des  aktuellen Fachkräftemangels. Volkswirtschaftlich gesehen bedeutet diese Tatsache, dass die enormen Potenziale von Frauen vergeudet werden. Ebenso skandalös ist die immer noch vorherrschende Entgeltungleichheit zwischen Männern und Frauen. Aktuell im Jahr 2017 liegt diese Ungleichheit laut dem Statistischen Bundesamt bei 21 Prozent. 

„Obwohl viele Frauen in Deutschland in der Rolle der Familienernährerinnen sind, erleben sie, dass sie immer noch  als  so  genannte  Zuverdienerinnen    wahrgenommen  werden  und  ihnen  lediglich  Teilzeitstellen  oder Minijobs angeboten werden“, so Anne Behrends. An dieser Praxis, die sich auch in öffentlichen Verwaltungen widerspiegelt, muss sich aus Sicht des Vorstandes dringend etwas ändern.

Der Mangel an gleichberechtigter Teilhabe im Erwerbsleben und an  existenzsichernden  Erwerbseinkommen  wirkt  im  Alter  fort.  Viel  zu  selten  ist  es  für    Frauen  möglich,  eine betriebliche und private Altersvorsorge als weitere Säule ihrer Existenzsicherung im Alter aufzubauen.

Der Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft fordert deshalb zum Internationalen Frauentag 2017: 

•  Die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen am Arbeitsmarkt ist sicher zu stellen

•  Minijobs sollen als Haupterwerbstätigkeit verboten werden.

•  Die gleiche Bezahlung von Frauen und Männern muss endlich umgesetzt werden.

•  Steuerliche Fehlanreize, z. B. das Ehegattensplitting müssen aufgehoben werden.

•  Berufe,  in  denen  überwiegend  Frauen  beschäftigt  sind,  müssen  durch  eine  bessere  Bezahlung

    aufgewertet werden!

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