Gleichstellungsbeauftragte Landkreis Stade

Anne Behrends

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Aktuelles

Bündnis für Prostitutionsverbot nach Nordischem Modell gegründet
Tagung in Bonn großer Erfolg – Sexkäufer sollen bestraft werden"

"Die deutsche Prostitutionspolitik muss sich grundlegend wandeln, damit Mädchen und Frauen nicht länger als Ware verkauft werden und Ausbeutung und brutaler Gewalt ausgesetzt sind“, forderten 26 menschenrechtliche Verbände, Initiativen und aktive Menschen aus der Zivilbevölkerung und Betroffene (Ex-) prostituierte Frauen auf der Tagung „Bündnis Nordisches Modell“ in Bonn, um ihrer gemeinsamen politischen Forderung nach einem Sexkaufverbot nach Nordischem Modell mit der Freierbestrafung Gehör zu verleihen. Erstmalig wurde ein breites Bündnis gegründet, damit will man künftig strategischer und schlagkräftiger aufgestellt sein im politischen Kampf. Zum Bündnis gehören auch die großen Frauenrechtsverbände TERRE DES FEMMES, Solwodi und Sisters.

Die Tagungsmitglieder aus allen Teilen Deutschlands prangerten die brutale sexualisierte Gewalt an, der prostituierte Frauen ausgesetzt sind. Sie entlarvten die Prostitution als menschen- und frauenverachtendes System in den Händen von kriminellen Clans. Die Referentinnen und Referenten sprachen über die Anwerbung von Frauen aus insbesondere südosteuropäischen Staaten, die zwar „freiwillig“ nach Deutschland kämen, um der Armut und Perspektivlosigkeit in ihren Ländern zu entkommen. Jedoch könne freiwilliger Prostitution könne keine Rede sein.

Starkes Argument der Anwesenden gegen das deutsche freiheitliche System der Prostitution war auch die zunehmende Gefahr der Unterhöhlung des deutschen Rechtsstaats durch mafiöse Clans, die mit Frauen als Ware wesent

lich mehr Geld verdienen als man es jemals mit Drogen oder Waffen könnte. Hinzu kommt, dass Frauen über viele Jahre auszubeuten sind und dass die Menschenhändler in den kriminellen Strukturen noch nicht einmal große Strafen befürchten müssten, denn die jungen Frauen kämen ja „freiwillig“ mit.

Schwedens Sonderbotschafter für den Menschenhandel Per-Anders Sunesson lobte die Anwesenden für ihr Engagement und sagte seine Unterstützung zu. Schweden und ganz Europa guckten verächtlich auf Deutschland, wann es endlich mit dem liberalen System der Prostitution Schluss mache, denn alle Staaten würden davon profitieren, wenn den Menschenhändlern konsequent der Riegel vorgeschoben würde. Außerdem, so Sunesson, sei es ein schlimmes Bild für einen demokratischen, weltoffenen Staat wie Deutschland, dass Frauen als Ware käuflich seien. Das sei in Schweden heute undenkbar. Dort wurde das Prostitutionsverbot mit der Freierbestrafung als erstes Land in Europa bereits 1999 eingeführt. Schweden wird in Kürze sein Gesetz sogar noch verschärfen: Sexkäufer können dann nicht mehr nur zu einem Bußgeld verurteilt werden, sondern sie erfahren in jedem Fall eine Gefängnisstrafe, wenn sie erwischt werden.

20200927 125213Politikerinnen des Bundestages, wie zum Beispiel Leni Breymaier für die SPD und Elisabeth Winkelmann-Becker für die CDU, waren als überzeugende Befürworterinnen eines Prostitutionsverbots zugegen und haben eine fraktionsübergreifende Initiative im Bundestag  gegen die liberale Prostitution gegründet. Die EU-Abgeordnete Maria Noichl (SPD), ebenfalls große Unterstützerin des Prostitutionsverbots, rief dazu auf, unermüdlich Anträge und Briefe an alle Abgeordneten zu richten mit der Bitte, sich zu einem Prostitutionsverbot zu positionieren. Die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Anne Behrends, hat die Tagung besucht, sie behauptet: „Die Gleichstellung der Geschlechter werden wir in Deutschland nicht erleben, solange Frauen als sexuelle Ware käuflich sind“.

 Foto oben von li. Schwester Dr. Lea Ackermann, solwodi, Leni Breymaier, MdB für die SPD, Anne Behrends
 Foto unten: Anne Behrends mit Alice Schwarzer, Herausgeberin der EMMA
 Für beide Fotos wurden die Masken kurzfristig abgenommen.

 

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